Donnerstag, 31. Juli 2008

Hsinchu

Am Wochenende vom 28. bis 29. Juni bin ich zu Frank in den Norden nach Hsinchu gefahren, um mir das Leben und die Stadt dort mal anzuschauen. Die Innenstadt von Hsinchu ist sehr schön angelegt und das Leben ist hier doch ein bisschen anders als im Süden. Ich habe ddas Gefühl, ja näher man in den Norden richtung Taipei kommt, desto schneller laufen die Leute und auch das Leben ist nicht ganz so gemächlich wie in Tainan. Auch sprechen hier viel mehr Leute englisch, was die Kommunikation um einiges einfacher gestaltet.

Um die Stadt kennenzulernen, sind wir einfach mal planlos darauflosgelaufen. Roller gibt es auch hier, wie überall in Taiwan im Überfluss, wobei wir hier den größten Rollerparkplatz gefunden haben, den ich hier je gesehen habe. So langsam glaube ich, es gibt auf dieser Insel mehr Roller als Taiwanesen.

Kleine Gasse in Hsinchu


Rollerparkplatz

Im Park von Hsinchu haben wir dann kleine Motorräder entdeckt, die wir natürlich unbedingt ausprobieren mussten, auch wenn wir ein ganz klein bisschen zu groß dafür gewachsen waren.

So sehen die zukünftigen deutschen Ingenieure aus - Die Leistungsträger der Nation :-)
Da wünsche ich der Wirtschaft mal viel Spass...

Nach dem anstrengenden herumlaufen und Spass haben, sind wir dann auch bald wieder hungrig geworden und haben uns an einem der zahlreichen Grillstände leckere Spießchen und dazu ein Taiwan Beer auch dem 7eleven genehmigt.

Grillstand

In der Mitte von Hsinchu gibt eisen großen Kreisverkehr, in dessen Mitte in kleines Theater angelegt ist, in dem immer mal wieder zum Spass Musik gemacht wird oder andere Vorführungen sind. In der Unterführung dorthin haben wir einige Taiwanesen getroffen, die dort zusammen Musik gemacht haben.
Erst einmal mit ihnen ins Gespräch gekommen, haben wir dort noch lange zusammengesessen, gejamt und Spass gehabt.

Beim singen


Wie Musik verbindet :-)

Sonntag, 13. Juli 2008

Taipei zweiter Tag

Nachdem wir die Nacht in einem Hotel außerhalb von Taipei verbracht hatten wurden wir wieder von unseren Kollegen Miles und Jin und deren Familien abgeholt und es ging nach Taipei, wo sie wieder ein volles Programm auf die Beine gestellt hatten.

See vor dem Hotel

Kleine Gasse im Dorf

Nachdem wir mit der Metro in die Stadt gefahren waren, war schon wieder Lunch-Time, die bei den Taiwanesen nie ausgelassen wird und daher wurden wir von ihnen im Rose-House zum Essen eingeladen. Dort gab es wirklich guten Tee und Salat, bei dem die Soße nach Rosen geschmeckt hat. Das Essen war leider nicht so toll, da wäre mir eine chinesische Lunch-Box lieber gewesen, ein tolles Erlebnis war es dennoch.


Mittagessen im Rose-House


Dann ging es in der sengenden Mittagshitze zum Denkmal des ersten taiwanesischen Präsidenten. Muss ein sehr beliebter Kerl gewesen sein, sowas hat unser erser Kanzler nicht bekommen. Nachdem während des überquerens des riesigen Platzes wurde uns erst klar, dass wir uns bei dem Gebäude ziemlich in der Größe getäuscht hatten, das wurde sehr viel größer als gedacht. Außerdem war die Hitze auf dem Platz wirklich unerträglich, und wir waren froh, als wir endlich die Treppen in den Schatten erklommen hatten.

Präsidentendenkmal

Das ganze Gebäude ist eigentlich leer, da steht nur eine, wenn auch ziemlich große, Statue des ersten Präsidenten drin.


Der Präsident und Frank im Größenvergleich

Danach wollten unsere Freunde schon wieder Abendessen, was bei mir und Frank jedoch noc viel zu früh war, da wir noch vom Mittag ziemlich voll waren. So ging es erst noch zu einer Fußgängerzone, wo wir ein bisschen durch die Straßen geschlendert sind.



Komischer Kauz


Am Abend haben wir die Taiwanesen dann, nach einem kurzen aber heftigen Kampf um die Rechnung, zum Essen eigeladen, um uns zu bedanken :-)

Taipei

Am Samstag den 21.6 habe ich mich mit der High Speed Rail auf den Weg nach Taipei gemacht um mich mit Frank, dem anderen Praxisstudenten in Taiwan, zu treffen. Der Zug ist nicht gerade eine Schönheit und vom Komfort auch nicht mit dem ICE vergleichbar, dafür hat er aber eine eigene Trasse und fährt immer 300km/h, was die Reisezeit doch sehr verkürzt. Die 300km nach Taipei hat man so in 1:40h hinter sich und kann dafür auf den fehlenden Komfort, finde ich, verzichten.


Die HSR
In Taipei machten wir uns erst einmal mit der Metro auf den Weg zum Taipei 101, das auch kaum zu übersehen ist. Die Sicht war heute leider nicht so gut, wie das erste Mal als ich oben war, die Aussicht ist aber doch sehr imponierend.

Taipei 101

Danach wurden wir von unserem taiwanesischen Kollegen Jin und seiner Frau abgeholt, der mit uns zum Strand an die Nordküste fuhr, wo wir uns im Wasser etwas abkühlung versprachen - war wohl nichts, das Wasser hatte Kleinkinderbeckentemperatur und war nicht so richtig erfrischend. Angenehmer als die Hitze draußen war es aber doch und so haben wir uns eine ganze Weile einfach treiben lassen. Am Strand haben wir uns noch mit einem weiteren Kollegen, Vincent, und seiner Familie getroffen, wodurch das zu einem richtigen Familenausflug wurde :-)

Strand nahe Taipei

Im Anschluss fuhren wir dann alle zusammen in ein Café um uns mit kalten Getränken doch ein bisschen den Schweiß von der Stirn zu vertreiben. Zwar mit mäßigem Erfolg, es war jedoch sehr lustig und die Getränke waren auch lecker. Zudem gab es noch wirklich gute Waffeln zum Nachtisch.

Im Café am Strand

Am Abend gings mit unseren Reiseführern, die wirklich ein tolles Programm für uns aufgestellt hatten, wieder in die Stadt zu einem großen Markt, auf dem man Speisen aller Art probieren konnte. Leider waren wir noch viel zu satt von dem ständigen essen den Tag über, so dass wir uns auf riechen und schauen beschränkten.

Menschenmengen auf dem Markt

Das Sahnehäubchen des Tages kam jedoch erst am Abend: Jin und Miles fuhren mit uns in die Berge an einen Fluss mit heißen Quellen. Am Ufer des Flusses tritt heißes (80°C !) Wasser aus dem Boden. Wenn man nun am Ufer einen Steinkreis aufschüttet, kann man ,je nach dem wie dicht man ihn macht, den Zufluss vom kalten Flusswasser regulieren und somit die Wassertemperatur einstellen. Dann reinlegen und entspannen. Das Wasser ist übrigens so mineralienhaltig, dass man auch nach mehreren Stunden in der Quelle nicht schrumpelig wird. Außerdem ist es gut für die Haut.

Heiße Quelle

Unsere taiwanesischen Freunde hatte wirklich an alles gedacht und nun auch noch ein schwimmendes Teeservise und einen Gaskocher dabei, mit dem sie in unserem Hotpot frischen taiwanesischen Tee kochten. Das war der beste Tee, den ich je getrunken habe, die Zubereitung unterscheidet sich auch ziemlich von unserer. Die Taiwanesen wissen wirklich wie man das Leben genießt.

Im heißen Wasser beim Tee trinken

Nachdem wir drei Stunden Teeschlürfend in der Quelle gesessen hatten, haben wir uns mit bleischweren Gliedern auf den Heimweg gemacht. Es war mittlerweile auch schon ein Uhr, und hatte auch nur noch kühle 29°C Temperatur. Im Hotelzimmer angekommen sind wir dann total entspannt in unser Bett gefallen und haben geschlafen wie die Murmeltiere.

Ach ja, den gleichen Ausflug aus nem anderen Blickwinkel erzählt gibt es hier:
http://frankgoestaiwan.blogspot.com/

Hongkong

Da meine Taiwanesischen Kolleginnen der Meinung waren, ich müsse zur Visumsverlängerung nach 60 Tagen einmal ausreißen, sind wir noch 5 Tage nach Hongkong geflogen um ein bisschen die Großstadtluft zu schnuppern.


Enge Gassen in Hongkong


Wo fährt denn der Bus hin?

Sehr eindrucksvoll waren die vielen neuen Hochhäuser, besonders gefallen hat mir das Lippo Center, das durch seine seltsame Architektur doch sehr aus den anderen Wolkenkratzern heraussticht. Wie wir später festgestellt hatten konnte man darin auch stundenlang auf ein neues Visum für Taiwan warten und dann doch keins bekommen :-)

Lippo Center

Am Abend gings dann mit der Bahn auf den Victoria Peak um die Stadt bei Nacht zu bewundern. Der ausblick auf die vielen Lichter und hohen Häuser war schon sehr eindrucksvoll.

Hongkong bei Nacht

Am nächsten Tag haben wir uns dann aufgemacht die Stadt zu erkunden und unter anderem den Vogelmarkt besichtigt. Die Vögel sind da in winzigen Käfigen eingepfercht und tun einem schon richtig leid. So einen richtingen Sinn für einigermaßen vernünftige Tierhaltung hatten die Asiaten aber glaube ich noch nie.

Vogelmarkt

Von der Hollywood Bulevard hat man einen traumhaften Blick auf Hongkong Island mit seiner einmaligen Skyline

Hongkong Island bei Tag...

...und bei Nacht

Bei diesem schönen Ausblick konnte man dann einen eisgekühlten Kaffee genießen um die schwüle Hitze etwas zu vertreiben.

Kaffee auf der Hollywood Boulevard


Was machen die denn hier?

Urlaub

Am Samstag den 31. Mai kam dann Patricia am Flughafen in Kaohsiung an, um mit mir meinen zweiwöchigen Urlaub in Taiwan zu verbringen. Da wir in dieser Zeit ziemlich viele Photos gemacht haben und das den Rahmen des Blogs sprengen würde habe ich nur ein paar wenige herausgezogen und werde die auch nur ein wenig kommentieren.


In Taiwan angekommen genossen wir erst einmal den "Taiwanese way of life" was soviel hieß wie:




Im 17. Stockwerk auf der Terasse Tee trinken...


... frische Ananas essen ...

... eine kalte Kokosnuss trinken ...


... und versuchen Nudelsuppe mit Stäbchen zu essen :-)

Mit dem Roller ging es dann erstmal auf Erkundungstour in die Vorbergzone und zum Stausee, womit der Roller aber ganz schön zu kämpfen hatte.


Mit dem Roller unterwegs

Einen Abend waren wir dann in Tainan in einem Resaturant, in dem man unter anderem Sushi essen kann so viel man will. Es gibt aber auch eine reichliche Auswahl frisch zubereiteter warmer Speisen, Salaten und Getränken.

Die kleine Sushitheke


Leckerer Tintenfisch am Stiel in Kaohsiung


Mitten im Urwald auf der Suche nach einer heißen Quelle


Drachenbootfest in Kaohsiung


Brezel nach original Rezept. Sah weder so aus, noch hat sie so geschmeckt.
Aber gekauft haben wir eine.


Sonne und Strand im Süden


Furchtbar überfüllter Strand an der Ostküste


Wilder Pazifik


Auf dem derzeit höchsten Gebäude der Welt
in Taipei

Freitag, 20. Juni 2008

Taiwans Bergwelt

-24. 5.2008-

Da es für Thomas das letzte Wochenende in Taiwan war, haben wir uns zu einer größeren Tour über die Insel aufgemacht, die wir mit einer Fahrt über die Berge an der Ostküste begannen. Die Landschaft ist mal wieder ein Traum und es ist faszinierend, wie sich alle paar Kilometer und Höhenmeter die Vegetation komplett ändert, was von Bambuswäldern über riesige Urwälder bis zu Kiefernwäldern reicht. Man kann sich kaum daran satt sehen.


Fluss zwischen Buschwäldern

Kiefernwald

Nach etlichen Höhenmetern kamen wir dann an einen kleinen Bergfluss oder Wasserfall, an dem entlang man über tausende Stufen durch den Urwald hochlaufen konnte. Da es aber doch sehr heiß und unerträglich schwül war, haben wir dann bald aufgegeben und sind wieder zurück ins kühle Auto.
Weg durch den Urwald

Ein "kleiner" Baum und ich

Dann ging es wieder weiter richtung Osten, an vielen schönen Orten vorbei.

Kleiner Wasserfall

Auf 2700m Höhe fuhren wir durch einen abenteuerlichen Tunnel und kamen auf der Ostseite von Taiwan wieder heraus. Die Landschaft hatte sich auf der kurzen Fahrt durch den Berg wieder komplett geändert und wo vorher noch dichter Wald war, war auf dieser Seite, die dem offenen Pazifik zugewand ist, eher alpines Gelände, mit vielen Felsen und Kiefernwäldern oder wie auch immer der entsprechende Baum hier heißt.
Direkt nach dem Tunnel legten wir einen kleinen Rast ein und kauften uns in einem der Stände, die eigentlich oft nur ein Auto mit Kaffeeautomat im Kofferraum waren, einen Kaffee zum aufwärmen und einen kleinen Snack. Im Gegensatz zu der anderen Bergseite wehte hier nämlich ein kräftiger Wind und es war sehr viel kälter, so dass wir uns auch genötigt sahen einen Pullover anzuziehen. Übrigens das erste mal, seit ich in Taiwan bin.

Parkplatz mit Ständen nach dem Tunnel


Der unheimliche, unbeleuchtete Tunnel


Zauberhafte Ausblick


Nach weiterer Fahrt durch unzählige Kurven, kamen wir noch an einen Platz wo man wilde Taiwanaffen beobachten konnte. Die Kerlchen waren erstaunlich zutraulich, was wohl daran liegt, dass die immer wieder was von Touristen zu fressen bekommen. Blöd sind die ja auch nicht. Ich wäre dann auch zu faul um selbst mein Essen zu suchen.

Taiwanaffe

Nach langer Suche an der bei Touristen anscheinend nicht so beliebten Ostküste fanden wir auch ein gutes kleines Motel nicht weit weg vom Strand, in dem wir auch alte Fahhräder bekamen um uns dann dorthin zu begeben.
Der Strand war riesig und Menschenleer, so etwas habe ich bei uns noch nie gesehen. Also haben wir uns einfach in einem 7 eleven ein paar Taiwan Beer gekauft und es uns dort gemütlich gemacht.

Menschenleerer Strand in der Dämmerung

Danach gab's zum Abschluss im Innenhof des Motels noch zwei Kokosnüsse zu trinken, während wir den lauen Abend ausklingen ließen.


Kokosnüsse

Umgebung von Tainan

Da ich mit dem Schreiben ein bisschen in Verzug gekommen bin, kommt jetzt erst nachträglich die Post zu den vergangenen Wochenenden.

Am Sonntag den 18.5. wollten wir uns einmal die nähere Umgebung von Tainan ansehen und die sehenswerten Punkte auf der Touristenkarte von Tainan ansehen.
Nach langer Suche kamen wir auch zum größten Aufenthaltsort der Black-Faced-Spoonbills. Das sind wie der Name schon sagt Vögel mit schwarzen Gesichtern und Löffelschnäbeln. Die haben da mitten in der Pampa zwischen den wirklich nicht sehr sehenswerten Salinen sogar extra ein Museum nur für die Vögel eingerichtet. Gesehen haben wir allerdings keinen einzigen :-)
Auch die Mangroven ware leider nur eine Enttäuschung. Ein paar Büsche in dreckigem Wasser an einem begradigten Fluss - nicht das was man sich darunter vorstellt.

An dem Tag haben wir echt alles in Taiwan angeschaut unter dem Motto - Dinge die man in Taiwan nicht sehen muss - war eigentlich schade.

Am Abend haben wir dann zum Abschluss doch noch einen wirklich schönen Strand gefunden und uns dort dann den Sonnenuntergang angeschaut. So hat der Tag dann doch noch ein lohnendes Ende gehabt.



Sonnenuntergang


Am Strand